Miscanthus ist das neue Plastik

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Der Bauernhof als Hersteller biobasierter Basischemikalien: die anvisierte Vision wird Realität. Nach langjähriger Forschungsarbeit konnte nun aus Miscanthus einer der wichtigsten Ausgangsstoffe zur Herstellung biogener Kunststoffe gewinnen. Hydroxymethylfurfural –kurz HMF– wird beispielsweise zur Herstellung von Plastikflaschen und Nylonstrümpfen verwendet. Aber auch Lebensmittelverpackungen, Fasern für Autositze, Sportbekleidung oder Autoteile können daraus hergestellt werden.
Im ersten Schritt wird mit Wasser und Säure die Lignocellulose aus dem Miscanthus in Zucker umgewandelt. Im nächsten Schritt wird dieser zu HMF, und anschließend wird das HMF aus der wässrigen Lösung abgetrennt. Darüber hinaus entsteht bei der Vorbehandlung des Miscanthus auch Lignin, aus dem wiederum die Basischemikalien Furfural und Phenole gewonnen und zur Herstellung von Kunstharz, biogenen Spanplatten und Sperrholz verwendet werden können.
Damit soll die Bioökonomie umgesetzt werden und gleichzeitig Landwirten eine neue Einnahmequelle verschaffen und den Weg aufzeigen, wie eine lückenlose und nachhaltige Wertschöpfungskette von der Biomasse zum Produkt möglich ist. Automobilindustrie, Verpackungs- und Nahrungsmittelhersteller sowie der weltgrößte Strumpfhosenhersteller zeigen bereits großes Interesse.